Die "Rehab-Klinik" am Weißen Hof bei Klosterneuburg ist ein
wichtiger Teil der professionellen Shiatsu-Ausbildung der Shiatsu School of Attunement
und ist für StudentInnen im 3. Ausbildungsjahr offen.
Unter Anleitung von Peter Krainer, der sich seit 1995 auf
Shiatsu im Rehab spezialisiert und über 4500 Behandlungen begleitet hat,
lernen Studenten einmal wöchentlich in einem Zeitraum von 10 Wochen den
Fachbereich "Shiatsu
in der Rehabilitation" am Weissen Hof.
Das Spektrum reicht von Mehrfachfrakturen der Extremitäten, des
Becken- und Schultergürtels und der Wirbelsäule bis zu Schädel-Hirn-Traumata
sowie kompletten und inkompletten Querschnittsverletzungen.
Die Patienten am Weißen Hof leiden vorwiegend noch an dem Unfalltrauma
selbst sowie an entstandenen Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Oft
leiden sie zusätzlich an Schlafproblemen, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen
und Migräne, Stressbeschwerden, Appetitmangel, Menstruationsbeschwerden,
Rückenschmerzen uä.
Themenschwerpunkte sind:
- Trauma und Selbstvertrauen - der Schlüssel zur Regeneration
- Die Beziehung zwischen Verletzung und Kondition
- Die gezielte Rehab-Behandlung
Im Rahmen der Rehab-Klinik wird der ganzheitliche Charakter von
Shiatsu vermittelt: es steht in erster Linie der Ausgleich des Gesamtzustandes der
Patienten an, um dadurch die Selbstheilungskräfte des Körpers optimal
anzusprechen, wodurch die jeweilige "spezifische Verletzung" ebenfalls am effektivsten
regenerieren kann.
In Shiatsu verstehen wir ein Trauma primär als eine "Erschütterung
des Wasser-Elementes", das für Urvertrauen und Regeneration steht. Als
erstes lernen daher Studenten diese "Erschütterung" und dessen Auswirkungen
im Körper zu erkennen und zu stabilisieren, sprich "einen guten Eingang" in
den Körper des Patienten zu finden.
Durch die Unterstützung des Wasserelementes wird der Körper
freier und der Körperschwerpunkt kommt mehr in die Körpermitte (=Hara=Ausgangspunkt
der Regeneration) zurück.
Als nächstes lernen Studenten die gezielte Behandlung der
jeweiligen Verletzung. Gemeinsam mit dem Patienten wird die genaue Bewegungseinschränkung
mittels gezielter Meridiandehnungen ausgetestet.
Im Behandlungsverlauf werden dann intensiv die betroffenen Meridiane behandelt
und immer wieder überprüft wie sich die Bewegungseinschränkung
verändert hat. Durch diese gezielte Behandlung der Meridiane läßt
sich die Beweglichkeit und die Kraft der verletzten Körperstelle deutlich
steigern.
Dies hat auch eine große Wirkung auf das Selbstvertrauen des Patienten,
der wieder mehr Vertrauen und Sicherheit in seinen Körper gewinnt. Alltägliche
Bewegungsabläufe wie Gehen, Sitzen, Anziehen, Waschen, uä. bekommen
dadurch eine ganz andere Qualität und werden oft erst im nachhinein bewusst
wahrgenommen.
Das Thema Schmerzen bekommt in der "Rehab-Klinik" viel Platz.
Nahezu alle Patienten die behandelt werden haben einen schweren und schmerzvollen Unfall
hinter sich.
Die gesamte Rehabilitation ist dadurch natürlich auch mit Schmerzen
bzw. deren Verarbeitung verbunden. Studenten lernen Schmerzen als Teil des Heilungsprozesses
zu verstehen, denn gerade bei schweren Verletzungen besteht die Möglichkeit,
dass nach gezieltem Shiatsu vermehrt Schmerzen auftreten können, die bis
zu einem Tag anhalten. Solche Schmerzen sind Teil des Regenerationsprozesses.
Die erzielte Verbesserung des Bewegungsapparates ist bei schweren Verletzungen
nicht immer dauerhaft. Nach Shiatsu ist die Beweglichkeit, usw. natürlich
gebessert, aber am nächsten Tag kann sie wieder mehr eingeschränkt
sein, dafür nach drei Tagen wieder gebessert. Studenten lernen auch dies
als Teil des Regenerationsprozesses kennen.
Bei den meisten Patienten haben wir beobachtet, dass sich nicht "nur" die
Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen gebessert haben, sondern vor allem
der Schlaf erholsamer und tiefer sowie die Verdauung befriedigender war.
Einzelheiten
Ein Kliniktag dauert sechs Stunden, davon sind vier Stunden der
Shiatsu-Praxis und je eine der Vor- bzw. der Nachbereitung gewidmet.
Ein Zyklus besteht aus zehn Kliniktagen, die grundsätzlich 1xwöchentlich
stattfinden. Die "Rehab-Klinik" ist nur offen für StudentInnen im 3. Ausbildungsjahr,
d.h. zwei Praktikums-Zyklen müssen bereits positiv absolviert worden sein.
Die Gruppengröße (max. vier Teilnehmer) und die konstruktive
Beziehung zur leitenden Ärztin und dem Pflegepersonal schaffen ein offenes
Lernklima. Zu Beginn und als Abschluss stehen jeweils eine Besprechung mit
Dr. Jochum am Programm, um Fragen und Erfahrungen auszutauschen.
Die Behandlungen werden von den Studenten in vorgegebenen Bögen
festgehalten und eine der vier Behandlungsserien wird schriftlich dokumentiert. |




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